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Young Professionals über Arbeitgeber

Young Professionals

Das Portal academicworld.net hat im Juni Young Professionals und Professionals unter ihren Lesern ungestützt ­gefragt, wo sie bei ihrem Arbeitgeber die größten Probleme in der Personalarbeit sehen. Eine Auswahl an Antworten:

Lasst die Feigenblätter!

Maria (26) ist Unternehmensberaterin

„Nach außen präsentieren wir uns sehr schillernd , die Realität dagegen ist eher blass. Diese ganze Gender und Diversity-Geschichte ist für mich dabei genauso Feigenblatt wie die Grundsätze der Unternehmenskultur. Führungsverhalten lässt sich nicht klonen: Es hängt am Ende nur vom Vorgesetzten ab, wie man miteinander umgeht. Offiziel wird bei uns eigene Meinung gefordert, meinem ersten Chef ging die aber gehörig gegen den Strich. Oder: Eine Kollegin wollte gerade nach dem Mutterschutz zurück, der hat man gesagt, dass eine Halbtagsstelle bei uns in der Realität nur geht, wenn sie 80% zur Verfügung steht. Konnte sie wegen der Kinder nicht machen. Aber nach außen sind wir natürlich ein Toparbeitgeber für Frauen.“

Führung wird zum Problem.

Jörn (34), Controllingleiter eines KMU

„Angefangen habe ich in der Wirtschaftsprüfung und bin dann zu einem Mittelständler gewechselt, wo ich sehr glücklich bin. Das größte Personalproblem stellt für mich die Frage dar, wie Unternehmen zukünftig mit dem Thema Führung umgehen. Führung lag früher in den Händen von traditionellen Typen, die im Unternehmen die klaren Ansagen gemacht haben. Diese sind Auslaufmodelle, aber wer folgt ihnen? Da entsteht ein Vakuum, denn heute will keiner meiner Generation mehr führen, weil es Konsens geworden ist, Menschen nicht zu nahe zu treten. Wir wollen fachlich arbeiten, aber nicht Konflikte mit Mitarbeitern austragen, die unmotiviert sind. So komisch es sich anhört: Führung ist heute verpönt.“

Wie loyal seid Ihr wirklich?

Lars (39), Designer eines Autoherstellers

„Heute wird der Jugend gesagt, sie sollen Informatiker oder Ingenieur werden. Die ersten 15 Jahre nach dem Studienabschluss werden sie sich umschmeichelt fühlen, danach ist ihr Wissen angeblich veraltet und sie zu teuer geworden. Zeigt mir mal die 50jährigen Ingenieure, die noch wirklich gewollt sind! Sicher gibt es die wenigen Führungspositionen, zu denen bei uns im Haus auch die MFK zählen (Mittlere Führungskraft, Anm.), der Rest ist ab 45 Jahren aber ziemlich gekniffen. Da fehlt mir schlicht die Loyalität des Arbeitgebers. Ein gutes Unternehmen ist wie ein Freund, und der lässt mich nicht im Stich, wenn ich älter werde. Auch wenn es mich heute noch nicht betrifft: Kein Arbeitgeber zeigt, wie man auch als älterer Arbeitnehmer wertvoll sein kann!“