Das Recruiting Journal

Arbeitgebermarke
HR-Experts

Dr. Verena Grundke – Senacor

Dr. Verena Grundke verantwortete bei Senacor als Director Strategy & Business Management von Ende 2015 bis April 2018 interne und externe Wachstumsthemen. Nach ihrem BWL-Studium hat sie acht Jahre bei The Boston Consulting Group gearbeitet. In der Zeit hat sie Telekommunikations- und Industriegüter-Unternehmen beraten und war zudem neben der Projektarbeit zeitweise als Recruiting Director für die Gewinnung des Beraternachwuchses zuständig. 2009 ist sie zur Deutschen Telekom gewechselt und war dort Bereichsleiterin im Bereich Wholesale.

Neupositionierung einer Arbeitgebermarke

Welche Absolventen-Zielgruppen sind für Senacor wichtig und wie viele Einstellungen von Hochschulabsolventen nehmen Sie pro Jahr vor?

Wir haben 2016 erstmalig über 100 neue Kollegen als Berater oder Software-Entwickler eingestellt und planen dieses Jahr 120. 90% davon kommen direkt von der Hochschule, als Bachelor, Master oder mit Promotion. Mit Blick auf Studiengänge suchen wir in erster Linie Wiwis, Wirtschaftsinformatiker, Informatiker und Physiker/Mathematiker – diese Gruppen sind bei uns in ähnlicher Größe vertreten. Aber auch „Exoten“ sind willkommen, wenn sie analytische Fähigkeiten und Interesse an unseren Themen mitbringen.

Welches Ziel wollten Sie mit der Neupositionierung der Arbeitgebermarke von Senacor erreichen und warum war diese Neupositionierung nötig?

Das, was uns bei Senacor wirklich ausmacht, sind unser hoher Anspruch und unsere extrem enge Verzahnung von Business-Beratung, IT-Beratung und -Management sowie Umsetzung, also Programmierung.

Ziel des neuen Brandings ist es, genau das rüberzubringen. Dabei war es uns wichtig, die Ansprache auf Consultants und Entwickler einzeln auszurichten – beide Gruppen haben etwas unterschiedliche Erwartungen an ihren Arbeitgeber und beiden werden wir bei Senacor glaube ich sehr gut gerecht.

Bisher war aber beispielsweise nur wenig bekannt und spürbar, dass wir eine sehr starke Techie-Community und -Kultur haben. Oder auch, dass wir als immer noch relativ kleines ­Unternehmen durchgängig für Dax-Konzerne und Branchenführer arbeiten.

Wie sind Sie vorgegangen?

Wir haben begonnen mit Workshops mit unseren Mitarbeitern – mit „alten Hasen“ und mit „Newbies“, mit Consultants und Developern. Was macht Senacor aus ihrer Sicht aus, was macht sie stolz, was sind liebenswerte „Macken“?

Zusätzlich haben wir analysiert, wo wir hinwollen, mit unserem Kundengeschäft und am Recruiting-Markt.

Hieraus haben wir mithilfe einer Agentur unseren zukünftigen Auftritt erarbeitet.

Ihr Claim lautet „Heimat der Besten“. Was steckt dahinter?

Uns ist im Laufe unseres Projekts bewusst geworden, dass es das ist, was für unsere Mitarbeiter und Bewerber wirklich zählt: sie arbeiten mit hervorragenden Kollegen an einigen der herausforderndsten und innovativsten Projekte überhaupt zusammen, lernen mit- und voneinander und erzielen gemeinsam greifbare Erfolge.

Wir unterstützen unsere Mitarbeiter: sie erhalten früh Verantwortung, sie erfahren die komplette Bandbreite von Business-Konzept bis IT-Umsetzung, sie bekommen Feedback und Trainings und entwickeln sich so zu Generalisten und Experten für Themen der digitalen Welt.

Das macht die „Heimat Senacor“ aus, und das soll unser neues Branding, das ab Juni zu sehen sein wird, eingängig ausdrücken. Im Mittelpunkt stehen bei den Motiven unsere Mitarbeiter – authentisch, individuell und manchmal humorvoll.

Nachdem Sie diesen Prozess durchlaufen haben: Welches sind die größten Herausforderungen und Fallstricke, die einem bei der Neupositionierung einer Arbeitgebermarke begegnen?

Ich kann natürlich nur für uns sprechen. Unsere Herausforderung ist, dass unser Geschäft nicht einfach zu erklären ist. Wir tendierten aber immer wieder dazu, genau das zu versuchen – mit dem Ergebnis, dass unsere Kampagne selbst erklärungsbedürftig wurde. Erst im Prozess haben wir uns entschieden, auf Überschriftenebene konsequent das in den Vordergrund zu stellen, was für potenzielle Bewerber besonders wichtig ist und uns von anderen Beratungen abhebt. Konkrete Projektinhalte stellen wir natürlich auch dar – aber erst auf der zweiten Ebene, etwa auf der Website.

Warum genau sollten sich Kandidaten als erstes bei Senacor bewerben und nicht bei Ihren Mitbewerbern?

Wen unsere besondere Mischung aus Business und IT, aus Leistungs- und Teamkultur und aus Analytik, Pragmatismus und Kreativität reizt, dem können wir nur empfehlen, uns im Bewerbungsprozess kennenzulernen. Wann im Prozess der Kandidat sich bei uns bewirbt, ist zweitrangig –  grundsätzlich ist es sinnvoll sich mehrere Arbeitgeber anzuschauen und wir machen zum Glück regelmäßig die Erfahrung, dass sich die richtigen Kandidaten dann auch für uns entscheiden.


Senacor Technologies AG unterstützt namhafte Unternehmen bei Business- und IT- Transformation sowie Digitalisierung, vor allem in den Branchen Financial Services, Automotive und Logistik. Senacor hat 425 Mitarbeiter an 8 Standorten in Deutschland, Österreich und der Slowakei.