Das Recruiting Journal

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HR-Experts

Björn Radosztics – PWG Professional-Werbe-Gesellschaft mbH

Wie lösen die HR-Protagonisten und Top-Recruiter ihre Probleme? Unsere Fallbeispiele zeigen, dass die Herausforderungen sehr vielfältig sind. Björn Radosztics ist Teamleiter im Personalmarketing bei der PWG Professional-Werbe-Gesellschaft mbH und kümmert sich um die Kampagnenplanung für die Zielgruppe der Informatiker. Im Interview erklärt er, welche Recruitingstrategie sinnvoll ist, um diese anzuwerben und über welche Kanäle  in der heutigen Medienwelt am besten kommuniziert werden soll.

Kampagnenplanung für die Zielgruppe Informatiker

Absolventen aus den MINT-Fächern gelten derzeit als besonders schwierig zu gewinnen. Was raten Sie Unternehmen, die überhaupt nicht auf dem Radar von Infor­matikern stehen?

Wer als IT-Arbeitgeber unbekannt ist, hat die Chance, die potenziellen Kandidaten mit Aufgaben und Projekten zu überraschen, die zumeist sogar spannender sind als bei den klassischen IT-Arbeitgebern. Diese Zielgruppe lässt sich ohnehin nicht mehr einfach mit Gehalt und den gängigen Arbeitgeberleistungen locken. Sie sucht nach Projekten, bei denen sie den Sinn und den Effekt ihrer Arbeit erkennen können. Die Unternehmen haben die Herausforderung, sich selbst und ihre Projekte authentisch und transparent darzustellen und damit das Interesse der IT-Zielgruppe zu wecken.

Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein, damit eine Kampagne IT-Experten überhaupt erreicht?

Die Auswahl der richtigen Medien funktioniert nur dann, wenn man genau weiß, wen man ansprechen möchte und wo sich diese Zielgruppe aufhält. Neben einer internen Zielgruppendefinition ist also auch die Analyse des Mediennutzungsverhaltens notwendig, um die vielversprechendsten Kanäle auszuwählen. Gerade im IT-Bereich gilt es, einen crossmedialen Mix zusammenzustellen, der möglichst viele Lebenssituationen der Zielgruppe abdeckt. Wenn man schließlich weiß, wo man kommunizieren möchte, gilt es noch, die eigenen Argumente in die richtige Form zu bringen.

Gibt es einen Medienkanal, den Kunden gerne unterschätzen?

Das sind ganz klar die internen Möglichkeiten der Unternehmen: Die direkten Mitarbeiterempfehlungen oder auch die indirekte Möglichkeit, offene Positionen über die Mitarbeiter, zum Beispiel über Xing oder LinkedIn, teilen zu lassen. Das sind zwar keine richtigen Medienkanäle, werden aber als Recruiting-Werkzeuge genauso unterschätzt wie das Thema Talentpool. Diese Themen binden interne Ressourcen und bedürfen in ihrer Umsetzung Mut und auch gerne etwas Kreativität, weshalb sie zumeist als Pläne in Schubladen oder als halbfertige Prozesse enden.