Das Recruiting Journal

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Die Jagd auf die Einhörner ist eröffnet!

Über acht Jahre verbringt ein Mensch im Laufe seines Lebens auf der Arbeit – das ist viel Zeit. Doch wie werden diese Jobs gesucht? Mit einem geschönten Lebenslauf, einem Copy-Paste Anschreiben und ein Foto trifft in diesem Prozess auf wenig aussagekräftige Stellenausschreibungen und Anforderungen, die eigentlich niemand erfüllt. Die Zeiten, in denen Arbeit reine Aufgabenbewältigung war, sind gezählt – Soft-Skills und Charakter sind entscheidend. JobUnicorn ist ein Jobportal, das über die klassischen Leistungen hinaus diesen neuen Anforderungen gerecht werden möchte und Unternehmenskultur und spezifische charakterliche Jobanforderungen mit individuellen Stärken und Eigenschaften der BewerberInnen verbindet.

Herr Oberstebrink, ein Einhorn hat die Aura des Besonderen – was hebt das Jobmatching von JobUnicorn denn von anderen Anbietern ab?
Einhörner sind besonders und vor allem sind sie schwierig zu finden, so wie der perfekt passende Mitarbeiter (m/w) oder eine Tätigkeit, die wirklich zu der Persönlichkeit und den Fähigkeiten der BewerberInnen passt. Und genau dort setzen wir mit unserem Matching an. Wir rücken die Soft Skills potenzieller BewerberInnen in den Fokus und vergleichen diese mit den jobspezifischen Anforderungen seitens der Unternehmen. Die meis­ten Positionen setzen keine hochspezialisierten Vorkenntnisse voraus. Eine erfolgreiche Bewältigung der meisten Tätigkeiten hängt von der Einstellung des Bearbeitenden (m/w) und einer entsprechenden Herangehensweise ab. Deshalb legen wir neben den Fähigkeiten von BewerberInnen auch besonderen Wert auf deren Motivation für bestimmte Tätigkeiten. Für eine detailliertere Übersicht der unterschiedlichen Arten von Matching kann ich auch gerne auf unser Whitepaper zu diesem Thema verweisen: jobunicorn.com/service/white-paper/ job-matching/

Welche Nachteile bietet eine Standard-Stellenausschreibung?
Ich sage immer etwas provokant, dass sich über herkömmliche Stellenanzeigen diejenigen finden, die sich auf eine ähnliche Art und Weise belügen. Unternehmen und Bewerber­Innen stellen sich in den schillerndsten Farben dar, ohne genau zu wissen, was das Gegenüber eigentlich sucht. Viele Unternehmen formulieren widersprüchliche Stellenanzeigen, indem sie beispielsweise einen kreativ-strukturierten Mitarbeiter suchen. Personalpsychologisch schließen sich extreme Ausprägungen in diesem Bereich allerdings gegenseitig aus.

BewerberInnen meinen, oftmals keine Lücken im Lebenslauf haben zu dürfen. Dabei sind genau diese Lück­en doch sehr aufschlussreich über die Persönlichkeit. Und im Endeffekt sind Unternehmen Sammelsurien von Persönlichkeiten und im Sinne der eigenen Unternehmenskultur schadet weder ein genaues Bild der am besten passenden Persönlichkeiten, noch eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Persönlichkeit meiner KandidatInnen. Es gibt gerade eine Werbung mit einem sehr schönen Slogan: „Wir lieben deine Ecken und Kanten, denn nur eine Null hat keine!“ Haben Sie schon mal versucht, ein Puzzle ohne Ecken und Kanten zusammen zu setzen? Beim Zusammensetzen des Personal- und Jobpuzzles unterstützt unser Matching beide Parteien.

Auf Ihrer Website sprechen Sie von „effektiver und wissenschaftlich fundierter Kandidatenpassung“. Welche Rolle spielt die Persönlichkeit eines Bewerbers in Ihren Recruitingprozessen?
In unseren eigenen Recruitingprozessen spielt die Persönlichkeit unserer BewerberInnen die absolute Hauptrolle. Auch auf www.jobunicorn.com fokussieren wir uns primär auf die Soft Skills potenzieller BewerberInnen. Es gibt aber darüber hinaus auch die Möglichkeit, Hard Skills über verschiedene Filterfunktionen abzufragen und dadurch die Kandidatensuche einzugrenzen – diese Funktionen stehen den BewerberInnen ebenfalls zur Verfügung. Aber die Schwierigkeit und damit auch die Anforderungen an die Wissenschaftlichkeit liegen im Bereich der Voraussage einer Übereinstimmung von Persönlichkeit und Unternehmens-DNA, beziehungsweise der Positionsanforderungen. Diese Methode zur Bestimmung der Kandidatenpassung haben wir gemeinsam mit erfahrenen Personal- und Organisa­­- tions­psychologen in intensiver Forschung erarbeitet.

JobUnicorn

Matthias Oberstebrink ist Chief Einhorn Officer studierte Wirtschaftspsychologie an der BSP Business School Berlin, bevor er 2016 mit Job­Unicorn den klassischen Stellenanzeigen den Kampf ansagte. Seine Vision: Eine Verbindung zwischen digitalem Headhunting und typisierender Berufs-/Karriereberatung. Weitere Informationen unter jobunicorn.de.

Welche Weiterentwicklung dürfen Ihre Kunden und Kandidaten in nächster Zeit von JobUnicorn erwarten?
Wir sind gerade dabei eine App zu programmieren, die im ersten Quartal 2018 zum Download bereitstehen wird. Wir wollen noch nicht zu viel verraten, aber diese App wird den Bewerbungsprozess (vor allem aus Sicht der KandidatInnen) revolutionieren. Wir haben in den vergangenen Monaten unserem Talentpool sehr genau zugehört und die wichtigsten Funktionen in einer App vereint. Das begehrteste Feature für die Mitglieder unseres Talentpools wird die 1-Klick-Bewerbung sein, die man auch an Karriereseiten von Unternehmen senden kann.

Für welche Art von Unternehmen eignet sich JobUnicorn – Start-ups, KMU oder auch Großkonzerne?
Es gibt zwei zentrale Probleme im Recruitingprozess. Markenstarke Unternehmen bekommen immer noch die berühmten Wäschekörbe voller Bewerbungen. Diese Unternehmen benötigen eine qualitative Methode zur Vorauswahl. Weniger markenstarke Unternehmen haben große Schwierigkeiten überhaupt Talente anzusprechen. Durch unsere Sortierung nach den besten Matches und nicht beispielsweise nach der Aktualität der Anzeige oder dem Betrag, der für die Anzeige bezahlt wurde, werden BewerberInnen plötzlich auf Arbeitgeber aufmerksam, die sie vorher nicht in die nähere Auswahl genommen hätten. Mit unterschiedlichen Benefits sprechen wir also sowohl kleine, wie auch mittelständige und große Unternehmen an. So sind wir zum Beispiel gerade dabei, ein großes Projekt mit einem großen deutschen Logistikunternehmen aufzu­- setzen und konnten vor wenigen Wochen ein ebenfalls sehr spannendes Projekt – wenn auch in wesentlich kleineren Dimensionen – mit einem ganz jungen Berliner Start-up umsetzen.

… und auf den gesamten Bewerbermarkt bezogen – wie wird er sich Ihrer Meinung nach in den nächsten Jahren verändern?
Bis zur vollständigen Digitalisierung wird die Macht der KandidatInnen noch weiter zunehmen. Umso wichtiger ist es, die Bedürfnisse der Talente zu respektieren und darauf einzugehen. Ich denke aber auch, dass es sich kaum Jobportale in Zukunft noch leisten können, gar keine Form des Matchings anzubieten. Für diese Portale – wie auch für Karriereseiten von Unternehmen – bieten wir deshalb eine Whitelabel-Lösung unseres Matching-Algorithmus an. Denn letztendlich bleibt es unsere Vision Mitarbeiter (m/w) und Unternehmen schneller und besser zusammen zu bringen!

Welche Schlüsse müssen Unternehmen Ihrer Meinung nach bereits jetzt daraus ziehen?
Wer jetzt noch die besten Bewerber­Innen für sein Unternehmen begeistern möchte, sollte sich auf Augenhöhe mit den KandidatInnen begeben und authentisch kommunizieren. Auch MitarbeiterInnen haben Verständnis für Ecken und Kanten. Sie werden sogar als erfrischend ehrlich wahrgenommen. rVon unserer Funktionsweise her werden wir oft mit Datingportalen verglichen. Und in diesem Sinne sollte sich jeder fragen, wie wahrscheinlich eine dauerhaft gut funktionierende Beziehung ist, wenn letztlich beide Seiten gar nicht genau wissen, worauf sie sich einlassen.

Stand: Sommer 2018